Paula Baeza Pailamilla

Paula Baeza Pailamilla | Piedras

Bildende Künstlerin

*1988 in Santiago, lebt und arbeitet in Zürich. Als Mapuche und Frau in der Stadt geboren und aufgewachsen zu sein, prägt die künstlerische Arbeit von Paula Baeza Pailamilla. Ausgehend von ihrer eigenen Geschichte thematisiert und kritisiert die Künstlerin die soziale und koloniale Konstruktion von Geschlecht, Ethnie und sozialer Klasse aus feministischer und Mapuche-Sicht und begibt sich damit stets auf die Suche nach Möglichkeiten der Dekolonisierung. Mit ihren Performances und Installationen wird sie zu Festivals, in Galerien, Schauspielhäuser und Museen in Chile und weltweit eingeladen. Zuletzt war sie mit ihrem Werk Kurü Mapu auf der 11. Berlin Biennale vertreten.

paulabaezapailamilla.com

Werk in REBELDES:
Piedras (Steine)

Im Wald an der Sihl suche ich nach verschiedenen Möglichkeiten der sexuellen und affektiven Interaktion mit den dort lebenden nicht-menschlichen Wesen. Ich gebe mich dem Gehen, dem Treiben und dem Fließen hin, zu dem mich der Wald und der Fluss einladen. Die Steine und das Wasser bilden die Klangumgebung und dieser Klang ruft mich, lädt mich ein, einzutreten. Mit meinen Fingern nehme ich Steine in den Mund, damit sie mit mir verschmelzen. Ich streichle sie mit meiner feuchten Zunge, sie streicheln mich innerlich. Die Steine und ich stimulieren uns gegenseitig und erzeugen neue Klänge, wenn sie mit meinen Zähnen zusammenstoßen. Wenn sich dieser Kreislauf schließt, kehren die Steine in den Fluss zurück, in ihren ursprünglichen Fluss. (Paula Baeza Pailamilla)