Annegret Soltau

Annegret Soltau | Augen (ojos)
Annegret Soltau | Augen (ojos)

Bildende Künstlerin

*1946, lebt und arbeitet in Darmstadt. Annegret Soltau gehört zu den Pionierinnen* einer feministischen Kunst, mit der sie sich bis heute für die Gleichberechtigung von Künstlerinnen* einsetzt. Bereits in den 1970er Jahren entwickelte sie die so genannte Fotovernähung, in der sie Fäden mit fotografischem Material verband. Die Fotovernähung steht in der Tradition der Collage, in der verschiedene Realitäten miteinander verbunden werden. Dadurch schafft Soltau eine eigene Bildsprache, durch die sie die Betrachter*innen mit Themen wie Körperbild, Gewalt, Schwangerschaft und Geburt, Generationsfolgen und der Suche nach den eigenen Wurzeln konfrontiert. Annegret Soltau hat an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland teilgenommen, ihre Werke befinden sich in verschiedenen Sammlungen deutscher und internationaler Museen.

annegret-soltau.de

Werk in REBELDES:
mit mir selbst – 1975#2022

Das Werk besteht aus zwei großen fotografischen Selbstportraits, die jeweils auf einen Holzrahmen installiert und frontal zum Publikum aufgebaut sind. Das erste Foto in schwarz-weiß ist von 1975, das zweite in Farbe von 2022.

Die Künstlerin steigt aus ihrem gegenwärtigen Selbst heraus und tauscht Teile mit ihrem vergangenen Selbst aus. Diese Fragmente näht sie mit schwarzem Faden in die jeweiligen Portraits wieder ein. Die Doppelportraits beinhalten einen Zeitsprung im Selbst als Künstlerin; nahezu ein halbes Jahrhundert liegt zwischen den beiden Aufnahmen. Das Schwarz-weiß-Foto zeigt sie kurz vor ihrem 30. Geburtstag. Soltau hatte es aufgenommen für einen Selbstversuchbei dem sie ihr Gesicht mit einem schwarzen Faden umwickelteum sich danach mit der Schere wieder selbst zu befreien.

Jetzt als ältere Künstlerin sieht sie sich im Austausch mit jüngeren Künstlerinnen*, reflektiert ihre eigene Zeitspanne von damals zu heute und fragt sich: Was bleibt?